Profibilder? Von wegen!

Profibilder nerven!
Profibilder? Werbung? Da scroll ich grundsätzlich einfach drüber.
Beiträge von einer mit ner Seite mit so professionellen Fotos? Die like ich nie.

Solche und ähnliche Beiträge liest man in den diversen Nähgruppen auf Facebook immer wieder. Ist euch bestimmt auch schon begegnet, oder?

Sowas ärgert mich ein bisschen. Ich fühle mich da indirekt mit angesprochen und gehe (vielleicht auch anmaßenderweise) jetzt einfach mal davon aus, dass meine Bilder für viele wohl in die Kategorie „Profibilder“ fallen. Ja, ich habe eine öffentliche Facebookseite und ja darauf poste ich „Werbung“ für neue Schnitte, die mir gefallen, die ich zur Probe mitgenäht habe, die ich gut finde.

Und hey, neue Schnitt brauchen doch Werbung, wie würden wir denn sonst auf neue Schnitte – die wir dann vielleicht selber haben wollen- aufmerksam werden?
Einfach nur durch Suchen bei makerist und dawanda? Wohl eher selten. Oftmals ist es doch so, dass einem hier bei facebook immer wieder Bilder zu einem bestimmten Schnitt begegnen, ganz unterschiedlich interpretiert und manchmal gefällt das einem so gut, dass man sich den Schnitt letztendlich selber kauft.

Und ja, ich gebe mir oft viel Mühe mit meinen Fotos, da ich der Auffassung bin, dass man auf guten Bildern einen Schnitt auch besser erkennen kann, als auf einem schlechtbelichteten Spieglselfie. Aber Profibilder? Ich glaube da besteht dann doch ein Unterschied.

Okay, fotografiert wird mit einer Spiegelreflex. Für die wir auch zwei, drei gute Objektive besitzen (das übrigens schon lange, bevor ich überhaupt eine Nähmaschine besessen habe). Das sind aber eher jeweils die Einsteigervarianten. Manchmal fotografiert mich mein Mann (der das gut macht und sich auch früher schon mit Fotographie beschäftigt hat, der aber bei weitem kein Profi ist). Meistens mache ich das selber mit der Kamera auf dem Stativ und dem Fernauslöser in der Hand. Den man ja teilweise auf den Bildern auch sieht. Voll Profi und so. 😜
Dabei tippel ich vor und zurück um den richtigen Abstand zu erwischen, versuche mich irgendwie vorteilhaft hinzustellen, kontrolliere grob den korrekten Bildausschnitt über das umgedrehte Schwenkdisplay der Kamera und versuche irgendwie so auszusehen als wäre ich nicht völlig von Sinnen, sturzbetrunken, oder gerade dabei einen Schlaganfall zu bekommen. Auf den meisten Bilder auf denen, ich in die Kamera gucke, sieht das nämlich so aus. (Deshalb gibt es von mir so oft Bilder, auf denen ich eben nicht in die Kamera schau.) Denn natürlich lade ich hier die Bilder hoch, auf denen ich mir selber auch gefalle. Also so 4-5 von etwa 200 Aufnahmen.

Oft lege ich einen leichten Filter über die Aufnahmen. Das mache ich mit Lightroom und irgendwelchen Presets, die ich mal runtergeladen habe (auch das schon bevor ich überhaupt mit nähen angefangen habe). Ich kenne mich rudimentär mit der Bildbearbeitung aus und schaffe es z.B. die Belichtung nachträglich noch etwas anzupassen, vom Profi ist das aber definitiv meilenweit entfernt.

Kommen wir zu meinem professionellen Fotostudio…. Ach ne halt, ich hab ja gar keins. Sehr viele Bilder entstehen vor einer weißen Wand im Schlafzimmer. Für die meisten Outfits muss ich dabei die Kommode zur Seite schieben, da sonst der Platz bzw. die freie Fläche der weißen Wand nicht ausreicht.

(Wer sich übrigens wundert warum die Matratzen auf dem Boden liegen und wir kein Bettgestell haben…. Opfer meiner Stoffsucht.
Ne, Quatsch, das ist unsere rausfallsichere Variante vom Familienbett.)

Und wisst ihr was? So, oder zumindest sehr ähnlich läuft das bei vielen von uns „Profis“. Die sind wir nämlich gar nicht.
Die wenigsten von uns betreiben ein Gewerbe.
Die meisten von uns haben sich einfach irgendwann aus einer Laune heraus eine Facebookseite als persönlichen Blog eingerichtet und einfach Spaß daran ihre Sachen zu zeigen. Vielleicht auch weil sich eben im direkten privaten Umfeld niemand so richtig dafür interessiert und man sich aber eben gerne mit anderen über ein Hobby, das man mit Leidenschaft betreibt, austauscht. Das ist ja nicht nur beim Nähen so. Probenähen, Facebookseiten sind eben einfach eine Form/Ausdrucksweise davon.

Und ja, natürlich freuen wir uns, wenn wir mit unseren Beiträgen eine gewisse Reichweite erzielen und teilen sie deshalb auch in Nähgruppen. Und ja, natürlich freuen auch wir uns über likes. Wenn nun manche daran festhalten und die Beiträge von denjenigen, die eine Facebookseite haben, die neue Schnitt vorstellen, die sich bemühen schöne, ansprechende Fotos zu zeigen aus Prinzip nicht zu liken… Dann kann ich das nicht ändern.Ich kann es nicht verstehen. Ich kann es nicht nachvollziehen. Aber ich kann es nicht ändern. Aber vielleicht kann ich mit diesem Beitrag zumindest das Bild ein bisschen gerade rücken und deutlich machen, dass eben die wenigsten von uns tatsächlich Profis sind. Ich auf jeden Fall nicht.

Deshalb ist mein damals erster Versuch ein Maxikleid auf begrenztem Raum gesamthaft zu fotografieren, so dass das Bild auch gut aussieht, auch misslungen. Zeigen mag ich euch trotzdem ein paar Bilder, den Rest müsst ihr euch vorstellen.

Schnitt: Tilt-Women von Kleiner Polli-Klecks als Maxikleid
Stoff: Baumwolljersey vom Stoffmarkt

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